Handball
Sprunggelenksverletzung beim Handball
Ursachen, Behandlung, Prävention und Sofortmaßnahmen nach der Verletzung.
Sprinten, Stoppen, Springen, Landen, Richtungswechsel, das ist Handball! Für deine Sprunggelenke ist das aber auch ganz schön fordernd. Nicht umsonst gehören Sprunggelenksverletzungen zu den häufigsten Verletzungen beim Handball. In diesem Ratgeber erfährst du alles darüber, was du wissen musst. Von den Ursachen über die richtige Behandlung bis hin zu effektiven Präventionsmaßnahmen.
Wie entstehen Sprunggelenksverletzungen beim Handball?
Handball ist ein (kontakt)intensiver Sport mit sehr hohen Anforderungen an das Sprunggelenk. Die typischen Bewegungsabläufe im Handball schaffen daher „optimale” Bedingungen für Sprunggelenksverletzungen.
Typische Verletzungssituationen
Ein Umknicken des Fußes nach außen ist der häufigste Verletzungsmechanismus beim Handball. Dies geschieht besonders oft bei:
- Landungen nach Sprungwürfen
- Abrupten Richtungswechseln während des Spiels
- Zweikämpfen mit Körperkontakt
- Schnellen Antritten aus dem Stand
- Beim Treten auf einen gegnerischen Fuß
Risikofaktoren für Handballspieler
Studien zeigen, dass weibliche Handballer ein deutlich höheres Verletzungsrisiko haben als männliche Spieler. Die Verletzungsrate bei Frauen liegt bei 27,7 Verletzungen pro 1000 Spielstunden, während sie bei Männern nur 10,6 beträgt1.
Weitere Risikofaktoren für Sprunggelenksverletzung beim Handball
- Alter über 20 Jahre unzureichendes
- Aufwärmen/Mobilisieren
- Ermüdung während des Spiels und Training
Unterstützung durch unsere Sprunggelenk-Bandagen
Unterschiedliche wissenschaftliche Studien haben die Verwendung von Sprunggelenkbandagen beim Handball als effektives Hilfsmittel vor und bei Verletzungen herausgestellt.5; 6 Die Bauerfeind Sports Ankle Support, Sports Ankle Support Dynamic und Compression Ankle Support bieten Handballspielern genau in jenen Momenten wertvolle Vorteile, in denen Sprunggelenke besonderen Belastungen ausgesetzt sind: beim Springen, Landen, schnellen Richtungswechseln oder abrupten Stopps. Beide Bandagen unterstützen durch gezielten, leichten Druck und erhöhte Propriozeption deine Bewegungen. Die Eigenwahrnehmung steigt, der Fuß wird besser stabilisiert und das Risiko für unkontrolliertes Umknicken sinkt. Besonders bei wiederholter Belastung oder bereits früheren Problemen im Sprunggelenk bieten sie eine verlässliche, ergänzende Stabilisierung und erhöhen die Sicherheit auf dem Spielfeld. Eine Sprunggelenkbandage ist weiterhin auf die Dauer günstiger als ein Sporttape, welches ich nach jeder Anwendung entsorgt werden muss.
Arten von Sprunggelenksverletzungen
Nicht alle Sprunggelenksverletzungen sind gleich. Die Schwere und Art der Verletzung bestimmen sowohl die Behandlung als auch die Heilungsdauer. In den meisten Fällen handelt es sich allerdings beim Handball um die folgenden beiden Verletzungs-Arten:
Sprunggelenksdistorsion (Verstauchung)
Die häufigste Verletzung beim Handball ist die Distorsion, die 55 % aller Verletzungen ausmacht1. Hierbei werden die Außenbänder des Sprunggelenks überdehnt oder teilweise gerissen. Dies geschieht, wenn der Fuß unkontrolliert aufgesetzt wird und umknickt.
Bänderriss am Sprunggelenk
Das vordere bzw. obere Außenband (Ligamentum talofibulare anterius) ist ebenfalls besonders häufig bei Verletzungen betroffen4. Dies kann sowohl durch Umknicken geschehen, als auch äußere Krafteinwirkungen, zum Beispiel ein Foul oder Zweikampf. Ein kompletter Bänderriss führt zu deutlich längeren Ausfallzeiten.
Schweregrade der Verletzung
Medizinisch werden drei Schweregrade unterschieden:
Sofortmaßnahmen nach der Verletzung
Die ersten Minuten nach einer Sprunggelenksverletzung sind entscheidend für den weiteren Heilungsverlauf. Richtiges Handeln kann Komplikationen vermeiden und die Heilung beschleunigen.
Die PECH-Regel anwenden
P – Pause: Sofortiger Stopp der sportlichen Aktivität
E – Eis: Kühlung für 15–20 Minuten alle 2–3 Stunden
C – Compression: Kompressionsverband anlegen
H – Hochlagern: Das Bein über Herzniveau lagern
Wichtige Warnsignale
Bei folgenden Symptomen solltest du sofort einen Arzt aufsuchen:
- Starke Schmerzen und völlige Unfähigkeit aufzutreten
- Sichtbare Verformung des Sprunggelenks
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Fuß Bläuliche
- Verfärbung der Zehen
Fazit
Sprunggelenksverletzungen gehören im Handball zum Alltag – und genau deshalb lohnt sich ein bewusster Blick auf Ursachen, Symptome und sinnvolle Maßnahmen. Die typischen Belastungen des Sports führen häufig zu Distorsionen oder Außenbandverletzungen, die ohne richtige Sofortmaßnahmen schnell langwieriger werden können. Wer Risikofaktoren kennt, auf ein gutes Aufwärmen achtet und Prävention Sprunggelenkbandagen nutzt, kann sein Verletzungsrisiko deutlich senken. Falls trotzdem der Ernstfall eintritt, gilt: schnell reagieren, PECH-Regel anwenden und bei starken Beschwerden ärztlichen Rat einholen.
Quellenverzeichnis
1: Šimenko J, Ipavec M. Epidemiology of injuries in female and male senior Slovenian handball leagues. Minerva Med. 2021;112(6):826-833.
2: Luig P, Henke T, Klein C. Injury Prevalence of the Lower Limbs in Handball Players: A Systematic Review. Int J Environ Res Public Health. 2022;19(1):332.
3: Henke T, Luig P, Schulz D. Aetiology of handball injuries: a case-control study. Br J Sports Med. 2004;38(6):751-756. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC1478960/
4: Luig P, Henke T, Klein C. Ligament Injuries in Professional Male Handball Players: A 6-Year Longitudinal Study. Sports Med Open. 2024;10(1):15.
5: Raymond J, Nicholson LL, Hiller CE, Refshauge KM. The effect of ankle taping or bracing on proprioception in functional ankle instability: a systematic review and meta-analysis. J Sci Med Sport. 2012;15(5):386–392.
6: Doherty C, Bleakley CM, Delahunt E, Holden S. Ankle bracing for primary and secondary prevention of ankle sprains: a systematic review and meta-analysis. Sports Med. 2017;47(12):2431–2446.